NOURUZ - Das persische Neujahrfest

 

 

 

 

Am 20./21. März beginnt ein neues iranisches Jahr

 

Das größte iranische Fest ist das Frühlings- und Neujahresfest Nouruz (pers. "neuer Tag"), dessen Wurzeln in die Zeit der Achämeniden (559-330 v. Chr.) zurückreichen. Als Frühlingsfest wird Nouruz nicht nur in Iran, sondern auch in den umliegenden Staaten und den zentralasiatischen Republiken begangen. Entsprungen ist das Nouruzfest einer bäuerlichen Kultur, für die der Frühling eine besondere wirtschaftliche Bedeutung besitzt.

 

Die eigentliche Festivitäten ziehen sich über zwei Wochen hin. Ihnen geht eine Vorbereitungsphase voraus, in der verstorbene Verwandte auf dem Friedhof besucht und die Häuser gründlich gereinigt werden.

 

Feuerspringen

 

Mit der Nacht zum letzten Mittwoch des Jahres (Chahar-Shambe-ye-suri) beginnen die Feierlichkeiten. Auf den Strassen werden kleine Feuer entzündet, über die Jung und Alt springen. Dabei sprechen sie zum Feuer gewandt die Worte: "meine Blässe (= mein Schädliches) möge dir gehören, deine Röte (= dein Gutes) mir."

 

Hajji Firuz

 

 

Kurz vor dem Jahreswechsel erscheint in den Städten eine rot gekleidete Narrenfigur Namens Hajji Firuz, die einen langen Magierhut trägt. Sie bringt die Menschen mit satirischen Versen zum Lachen, was diese mit Geldspenden entlohnen.

 

 

 

Der eigentliche Höhepunkt des Festes ist der Tag des Jahreswechsels am 20./21. März, der so etwas wie Weihnachten und Silvester auf einmal darstellt: ausgelassene Stimmung, Gratulationen und viele Geschenke.

 

 

Haft SinWichtigstes Brauchtum ist Haft Sin (siebenmal s): auf einem Tuch werden sieben Gegenstände ausgebreitet, die mit dem Buchstaben " s " (pers. "sin") beginnen: Sabze (Weizen oder Linsensprossen), Samanu (eine süße Weizenspeise), Sir (Knoblauch), Serke (Essig), Somagh (Gewürz), Sib (Apfel) und Senjed (Mehlbeeren), alternativ auch Saat (Uhr) oder Sekke (Münzen); daneben häufig auch eine Hyazinthe (Sonbol) sowie eine wilde Raute (Sepand) für Weihrauch. Hinzu kommen ein Spiegel, Goldfisch, Wasser, Brot, bemalte harte Eier sowie bei Muslimen der Koran, bei Zarathustra Anhängern das Avesta. Am selben Tag zieht in den Städten eine vollständig in grün gekleidete Figur namens Ammu Nouruz ("Onkel Nouruz") von Haus zu Haus und beschenkt die Kinder. Während der folgenden zwölf Tage statten sich Verwandte und Bekannte gegenseitig Besuche ab, wobei die jüngeren jeweils die Älteren besuchen. Mit dem dreizehnten Tag (Sizdah-bedar) endet das Fest. An diesem Tag unternehmen alle Iraner Ausflüge in die Umgebung und Picknicken. Nun wird das Sabze (Weizen -und Linsensprossen), das man seit dem Neujahrstag im Haus hat, in die Natur- möglichst einen Fluss- geworfen, um alle Übel zu vertreiben.